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• Wachstum kommt großteils aus den Preissteigerungen v.a. im letzten Quartal
• Trend setzt sich auch im 1. Quartal 08 mit einem Plus von + 5,8 % fort
• Rewe, Spar, Hofer und Lidl wachsen stärker als der Markt
• Trotz anhaltender Strukturbereinigung: Positive Signale bei selbständigen Kaufleuten
• Drogeriemärkte wachsen um 4,5 %
Wien, am 7. Mai 2008 --- Der Lebensmittelhandel wuchs mit + 3,8 % im Jahr 2007 das zweite Jahr in Folge wieder deutlich. Real fiel das Wachstum deutlich gedämpfter aus, stieg doch die Inflationsrate 2007 auf 2,2 % und der Verbraucherpreisindex in den für den Lebensmittelhandel relevanten Bereichen (Nahrungsmittel/Getränke/Tabak) auf 3,7 %.
Mag. Martin Prantl, GF Nielsen Österreich, erläutert die Entwicklung: „Die bereits 2006 angesprungene Konsumlaune setzte sich auch im 1. Halbjahr 2007 fort, im 3. Quartal bremste sich das Wachstum auch aufgrund des wettermäßig ungünstigen Septembers ein und im
4. Quartal gab es zwar ein nominell starkes Plus, welches jedoch auf die Preiserhöhungen speziell in einigen Warengruppen zurückzuführen war.“
Insgesamt wurden im Lebensmittelhandel damit 16 Mrd. € Umsatz in 6.076 Geschäften getätigt. Das bedeutet einen Rückgang der Geschäftsanzahl von minus 2,1 % oder 128 Standorten. „Die Schließung kleiner Geschäfte bei den selbständigen Kaufleuten war 2007 stärker als im Vorjahr, die gute Nachricht dabei: die Umsatzentwicklung blieb trotz geringerer Geschäftsanzahl stabil. Ob dies bereits eine Renaissance des unabhängigen Kaufmanns bedeutet, bleibt abzuwarten.“
Diese Daten basieren auf der von Nielsen seit 1964 jährlich durchgeführten Erhebung der Strukturdaten, die den österreichischen Lebensmitteleinzelhandel ohne Hofer und Lidl und die Drogeriemärkte umfasst. Die ebenfalls ausgewiesenen Umsätze der beiden Diskonter Hofer und Lidl basieren auf einer Nielsen Schätzung. Spezialgeschäfte des Lebensmittelsektors, wie Bio-Supermärkte Bäckereien, Fleischereien, Milchgeschäfte und Spezialgeschäfte für Obst/Gemüse, Tee/Kaffee und Spirituosen/Wein sind nicht einbezogen.
Positive Konsumlaune im 1. Halbjahr und gestiegene Preise brachten Wachstum
Die Gründe für das reale Plus im 1. Halbjahr lagen u.a. in externen Faktoren begründet. Das gute BIP-Wachstum und gesunkene Arbeitslosigkeit wirkten sich positiv auf die Kaufkraft aus. Im zweiten Halbjahr waren für das Plus verstärkt die Preissteigerungen verantwortlich.
Rewe, Lidl, Hofer und Spar wachsen stärker als der Markt
Anteil der Top 3 (Rewe, Spar und Hofer) steigt auf 77,4 %
„Die ersten drei Handelsorganisationen konnten ihre Anteile weiter ausbauen, damit stieg auch der Konzentrationsgrad auf 77,4 %. Generell lässt sich sagen, dass in allen Ländern die Konzentration im Handel zulegt und allgemein die höchsten Konzentrationsgrade in kleineren Ländern zu finden sind, “ kommentiert Martin Prantl, Geschäftsführer von Nielsen Österreich, die Situation im österreichischen Lebensmittelhandel.
Marktführer Rewe erstmals über 30 % Marktanteil bei stabiler Geschäftsanzahl
Die Nummer eins am Markt, Rewe Group Austria, konnte mit moderatem Filialausbau und substanziellem Umsatzzuwachs mit ihren Handelsfirmen BILLA, MERKUR, PENNY und dem kooperierenden SUTTERLÜTY den Marktanteil leicht von 29,7 % auf 30,0 % ausbauen. Das bedeutet ein Plus zum Vorjahr von insgesamt 4,6 %. (Die ebenfalls zur Rewe Group Austria gehörende Drogeriemarktkette BIPA ist - da die Zahlen nur den Lebensmitteleinzelhandel umfassen - NICHT inkludiert). Die Filialanzahl wurde kaum erhöht und liegt bei 1388 Geschäften, der Fokus lag in diesem Jahr speziell bei Billa auf der Modernisierung bestehender Filialen und der Umsetzung des neuen Billa Konzepts (Billa Hausverstand).
Spar baut Anteil aus
Die starke Nummer zwei am Markt, Spar, wächst ebenfalls stärker als der Markt und baut ihren Marktanteil von 27,6 % auf 27,7 % aus. Umsatzmäßig legte die SPAR Gruppe um 4,3 % zu.
Hofer wächst teilweise durch Filialexpansion
Hofer (ALDI), die Nummer drei des österreichischen Lebensmittelhandels, wuchs, wie in den letzten Jahren, mit einem Plus von 5,3 % stärker als Rewe und Spar. Hofer steigerte seinen Anteil von 19,4 % auf 19,7 %. 2007 wurde die Filialanzahl nur mehr um 13 (im Vorjahr + 28) auf 410 gesteigert, das ist ein Plus von 3,3 % bei der Geschäftsanzahl. Das Wachstum war damit teilweise auf Flächenexpansion zurückzuführen.
Adeg verliert aufgrund starker Strukturbereinigung
Der Anteil der Nummer 4, Adeg, fiel 2007 von 6,1 % auf 5,5 %, das bedeutet ein Minus von
5,8 %. Allerdings gab es auch 2007 eine starke Strukturbereinigung speziell bei den Magnet Märkten und Reduktion von Eigenfilialen. Insgesamt zählt die Adeg noch 693 Geschäfte.
ZEV-Markant mit stabilem Marktanteil und Umsatzplus
Zur ZEV-Markant-Gruppe im Lebensmitteleinzelhandel gehören folgende Handelsunternehmen: PFEIFFER/Unimarkt, WEDL, KIENNAST, KASTNER/BRÜCKLER (von diesen Unternehmen werden hier definitionsgemäß jeweils nur die Umsätze des Lebensmitteleinzelhandels und nicht jene des Großhandels mitgerechnet). Der Markanteil der Gruppe liegt mit 5,3 % stabil zum Vorjahr bei einer positiven Umsatzentwicklung von + 3,8 %. Die Strukturbereinigung bei der ZEV-Markant ging weiter, erstmals fiel die Geschäftsanzahl unter 1.000 (966), das ist ein Minus von
42 Geschäften oder - 4,1 %. Die Pfeffer/Unimarkt Gruppe zeichnet allein für 3,7 % des Umsatzes verantwortlich und stieg um 4,8 %.
Zielpunkt/Plus
Die deutsche Tengelmann Gruppe ist in Österreich mit dem Soft-Diskonter Zielpunkt und dem Hard-Diskonter Plus am Markt. Man verzeichnete 2007 ein leichtes Umsatzminus und damit einen Anteilsrückgang von 4,7 % auf 4,5 %. Insgesamt wurde das Filialnetz leicht um drei Standorte auf 365 Filialen ausgebaut.
Lidl mit stärkstem Wachstum dank neuerlicher Flächenexpansion
Die deutsche Diskonterkette Lidl verzeichnete 2007 das höchste Wachstum mit einem Plus von fast 10 %, welches nahezu ausschließlich über Flächenexpansion zustande kam. Lidl eröffnete 12 neue Filialen, das entspricht einem Plus von 7,7 %. Insgesamt beträgt die Filialanzahl bei Lidl damit 168.
Übriger LEH (inklusive MPreis) mit leichtem Plus, Strukturbereinigung ging weiter
Die von Nielsen unter „Übriger Lebensmittelhandel“ gebildete Gruppe umfasst die Tiroler MPreis Märkte sowie alle Kaufleute, die keiner Kette zugehören. Die Umsätze stiegen hier um 1,9 % versus Vorjahr. Der Marktanteil fiel nur leicht von 4,3 % auf 4,2 %.
Gegenüber dem Vorjahr mussten 33 Geschäfte schließen. Das ist ein Rückgang um 4,7 % und damit ein deutlich geringeres Minus als in den Vorjahren. Die Tiroler Handelskette MPreis der Brüder Mölk entwickelte sich weiter äußerst positiv. Die Standorte wurden von 142 auf 146 Standorte in Österreich ausgebaut.
Trotz anhaltender Strukturbereinigung: Positive Signale bei selbständigen Kaufleuten
Der Prozess der Strukturbereinigung im österreichischen Lebensmittelhandel setzt sich fort. Der Rückgang an Geschäften mit – 2,1 % (= 128 Geschäfte) war stärker als im Vorjahr, die Strukturbereinigung kam v.a. von den selbständigen Kaufleuten (selbständige Adeg- ,Spar- und Nah&Frisch Kaufleute, nicht organisierter LEH).Diese machten mit weniger Geschäften denselben Umsatz wie im Vorjahr.Insgesamt entfallen 14,6 % des Gesamtumsatzes auf diese Gruppe, die nach wie vor fast 43,7 % aller Geschäfte stellt und damit wichtiger Nahversorger ist.
Drogeriemärkte wachsen um 4,5 %
Die Drogeriemärkte zeigen stärkeres Umsatzwachstum als der Lebensmittelhandel bei stabiler Filialanzahl. Schließungen bei Schlecker werden von dm und BIPA kompensiert.
Die Charts zur Studie finden Sie HIER.
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