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Weltweit mehr Umweltbewusstsein bei Verpackungen
Die Hälfte der Konsumenten würde zugunsten der Umwelt auf
bequeme Verpackungen verzichten
Österreicher legen großen Wert auf hygienische und frischhaltende Verpackungen
Kultur, Lebensstil und Kaufgewohnheiten haben größten Einfluss auf Verpackungspräferenzen
Umweltbewusstsein wird künftig Packungsgestaltung der Hersteller beeinflussen
Wien, am 21. Februar 2008 --- Während in Österreich das Umweltbewusstsein schon seit längerem sehr hoch ist, agiert nun auch der „Rest der Welt“ immer bewusster. Weltweit wäre fast die Hälfte aller Konsumenten bereit, zugunsten der Umwelt auf Verpackungen zu verzichten, die lediglich der eigenen Bequemlichkeit dienen. Zu diesem Ergebnis kommt eine von Nielsen im November 2007 durchgeführte Studie zum Thema Lebensmittelverpackungen, bei der 26.486 Internet User befragt wurden.
Weltweit ist 49 % der Konsumenten die Umwelt wichtiger als ein leichter Transport oder die einfache Aufbewahrung von verpackter Ware. In Europa ist das Umweltbewusstsein noch höher, hier würden 58 % zu Gunsten der Umwelt auf bequeme Verpackung verzichten. Österreich liegt mit 48 % knapp unter dem weltweiten Schnitt.
Kochen und Aufbewahren in der Verpackung nicht so wichtig
Am ehesten kann man sich hierzulande vorstellen, auf Verpackungen zu verzichten, in denen man kochen oder die Ware aufbewahren kann. 60 % der Österreicher geben dies an. „Die Österreicher tendieren anscheinend dazu, Ware nach dem Kauf umzupacken. Daher ist es ihnen nicht so wichtig, die Ware in der Verpackung aufbewahren oder gar zubereiten zu können“, erklärt Martin Prantl, Geschäftsführer Nielsen Österreich. Verpackung in leicht tragbarem Format ist für 53 % der Österreicher verzichtbar, wenn es der Umwelt zugute kommt. (siehe Abb. 1)
Verpackungen in Österreich sollen Hygiene und Frische garantieren
Die österreichischen Konsumenten legen bei der Verpackung großen Wert auf Hygiene. Nur 15 % der Befragten geben an, dass sie für die Umwelt auf Verpackung verzichten würden, die das Produkt sauber hält und vor dem Zugriff anderer Kunden schützt. Auch auf Verpackungen, die den Inhalt nach dem Kauf länger frisch halten, legen die Österreicher großen Wert, nur 17 % wollen darauf zu Gunsten der Umwelt verzichten. „Das ist ein sehr spannendes Ergebnis. Obwohl die Österreicher im Schnitt beinahe jeden Tag im Supermarkt einkaufen, wollen Sie Verpackung, welche die Ware länger frisch hält“, wundert sich Prantl. Im internationalen Vergleich sind die Österreicher wenig kompromissbereit. Nur die Ungarn und die Deutschen (jeweils 13 %, Schnitt Europa: 23 %) legen mehr Wert auf hygienische Verpackung. Bei der Frische liegt Österreich an letzter Stelle, der europäische Schnitt liegt 11 Prozentpunkte höher als in Österreich. (siehe Abb. 2 & Abb. 3)
Regional und kulturell unterschiedliche Anforderungen
„Durchaus interessant und für Hersteller von großer Bedeutung ist unsere Erkenntnis, dass die Einstellung zum Thema Verpackungen sehr stark von kulturellen und regionalen Faktoren sowie vom Lebensstil abhängt“, erläutert Prantl. Dazu zählt beispielsweise die Frage, ob die Verbraucher eher mit dem Auto oder mit öffentlichen Transportmitteln zum Einkaufen fahren. Die Größe ihrer Wohnungen und vor allem der Stauraum in der Küche spielen eine Rolle, und auch kulturelle Unterschiede in Bezug auf Essgewohnheiten und Einkaufsverhalten haben einen enormen Einfluss darauf, welche Art von Verpackungen bevorzugt werden.
So sind sich die Konsumenten in Europa und Nordamerika grundsätzlich darüber einig, um welche Verpackungsarten sie einen Bogen machen würden, wenn sie damit der Umwelt helfen könnten: Fast 60 % würden auf Packungen verzichten, die speziell der einfachen Aufbewahrung und Stapelbarkeit zu Hause („Stack-and-Store“) dienen, und 55 % gaben an, im Prinzip keine wieder verschließbaren und damit mehrfach verwendbaren Behältnisse zu benötigen.
In Asien präsentiert sich die Situation ein wenig anders: Stack-and-Store-Verpackungen wären hier nur für 42 % verzichtbar, und nur 39 % stellen die Umweltverträglichkeit eines Behälters über die Möglichkeit seines einfachen Transports. „Die Asiaten wohnen beengter und haben folglich weniger Lagerraum für ihre Lebensmittel. Daher bevorzugt die Mehrheit stapelbare Lösungen“, erläutert Prantl. Gleichzeitig legt auch der asiatische Lebensstil nahe, dass in dieser Region weltweit am meisten Wert auf Verbraucherfreundlichkeit gelegt wird. Bevorzugt werden so genannte Convenience-Verpackungen, die leicht nach Hause zu transportieren sind, in denen die Lebensmittel auch gleich noch erhitzt werden können und die man wieder verschließen und damit mehrfach verwenden kann.
Umweltbewusstsein beeinflusst Packungsgestaltung
Generell ist der Trend zu mehr Umweltbewusstsein laut Nielsen ungebrochen und wird auch auf die Packungsgestaltung Einfluss haben. „Weltweit fordern Verbraucher von Einzelhändlern und Herstellern mehr Engagement für den Umweltschutz. Verpackungen stehen dabei zwar momentan noch nicht auf Platz eins der Prioritätenliste, aber die Tendenz ist klar vorhanden und kann von der Lebensmittelindustrie nicht ignoriert werden“, meint Prantl. In der Tat stieg die Zahl derer, die sich über Verpackungsmüll sehr besorgt äußerten, allein zwischen Mai und November 2007 von 31 auf 42 %. Damit schlug die Kategorie Verpackungsmüll andere Besorgnis erregende Umweltaspekte wie Klimawandel, Wasserknappheit, Wasser- und Luftverschmutzung sowie Pestizideinsatz - so das Ergebnis der zweimal pro Jahr von Nielsen durchgeführten Umfrage zm Thema Umweltbewußtsein.
Die Charts zur Studie finden Sie HIER.
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