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Presse    >    Pressemeldungen    >    4. Februar 2008

Vertrauen in die Wirtschaft nimmt ab

14 % der Österreicher glauben an eine Rezession, weltweit ist die Skepsis doppelt so hoch
Im Falle einer Rezession fürchtet sich jeder 2. Österreicher vor Arbeitslosigkeit und Inflation
Österreich trotz hohem Lebensstandard unter den pessimistischen Nationen
Jobaussichten und persönliche Finanzlage werden vorsichtig positiv eingeschätzt Schlechte Zeiten für persönliche AnschaffungenExtra-Geld wird zur Kredittilgung und zur Befriedigung persönlicher Bedürfnisse investiert

Wien, am 4. Februar 2008 --- 14 % der Österreicher schätzen, dass es zwischen November 2007 und November 2008 eine globale Rezession geben wird. Die Österreicher liegen mit dieser Einschätzung deutlich positiver als der Rest der Welt. Glauben doch im weltweiten Schnitt doppelt so viele (28 %) an eine Talfahrt der Wirtschaft. Das ergab die November-Welle der zweimal im Jahr durchgeführten Studie „Nielsen Global Online Consumer Confidence“, bei der 26.312 Internetuser aus 48 Ländern befragt wurden.

Was die Folgen einer globalen Rezession angeht, so fürchten sich die Österreicher am meisten vor möglichem Jobverlust (58 %) und steigender Inflation (48 %). Im weltweiten Vergleich sind die Sorgen um den Verlust des Arbeitsplatzes mit 54 % etwas geringer, die Furcht vor steigender Inflation jedoch ist größer (51 %). (siehe Abb. 1)

Der weltweite Indexwert für das Vertrauen der Verbraucher in die Wirtschaft, der alle abgefragten Parameter einbezieht, ist zwischen Mai und November um drei Punkte von 97 auf 94 gefallen. Auch in Österreich ist das Vertrauen der Verbraucher gesunken, allerdings nur um einen Punkt auf 92. Norwegen mit einem Wert von 135 und Indien mit 133 bleiben die weltweiten Optimisten, Korea, Portugal und Japan die pessimistischsten Nationen. (siehe Abb.2)

„Diese Ergebnisse sind natürlich sehr von der aktuellen Situation abhängig. Hätte diese Umfrage in den letzten Tagen – nach dem 21. Jänner, dem schwarzen Montag’,– stattgefunden, wären die Lage sicher pessimistischer eingeschätzt worden. Global betrachtet liegen wir an 35. Stelle von insgesamt 48 Ländern, gehören also trotz hohem Lebensstandard zu den Pessimisten.“, analysiert Martin Prantl, Geschäftsführer von Nielsen Österreich die Stimmungslage der Österreicher im weltweiten Vergleich.

Persönliche Einschätzungen eher positiv
Fragt man die Österreicher nach ihren persönlichen Erwartungen für die nächste Zeit, so schätzen knapp zwei Drittel ihre Job-Aussichten als exzellent (6 %) und gut (54 %) ein. Ein Drittel denkt, die Job-Aussichten seien nicht so gut, der Rest (7 %) erwartet Schlechtes.
Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den persönlichen Finanzen: Positive Einschätzungen (exzellent: 3 %, gut: 53 %) überwiegen. Etwas mehr als ein Drittel geht davon aus, dass die persönlichen Finanzen in den nächsten Monaten nicht so gut sein werden, 11 % denken, dass die Lage schlecht sein wird. (siehe Abb. 3)

Schlechte Zeiten für persönliche Anschaffungen
Kritisch beobachten Österreicher die Entwicklung der laufenden Kosten: Bezogen auf die persönliche finanzielle Lage denkt weniger als ein Drittel, dass der Zeitpunkt, sich Dinge zu kaufen die man haben möchte und braucht, derzeit exzellent (1 %) oder gut (28 %) sei. Knapp die Hälfte findet, es sei kein so guter Moment, ein Viertel sagt, es sei ein schlechter Zeitpunkt. (siehe Abb. 4) „Hier erkennt man sehr deutlich den Einfluss äußerer Faktoren. Im letzten Herbst war gerade in Österreich sehr viel die Rede von steigenden Kosten für die Lebenserhaltung. Das wirkt sich sofort auf die Einschätzung der Zukunft aus“, erklärt Prantl diesen Umstand.

Finanzielle Sicherheit an erster Stelle, dann kommen persönliche Bedürfnisse
Wenn einmal Geld überbleiben sollte, denken die Meisten in erster Linie an ihre finanzielle Absicherung. Am häufigsten wird das Extra-Geld für die Rückzahlung von Schulden (41 %) verwendet, an vierter Stelle steht der persönliche Ansparplan (29 %). Den fünften Platz nimmt die Pensionsvorsorge (26 %) ein. Aber auch die persönlichen Benefits kommen nicht zu kurz: Am zweithäufigsten geben die Österreicher ihr Extra-Geld für Kino, Essen Gehen, Sport oder andere Freizeitaktivitäten (35 %) aus. Am dritthäufigsten kaufen die Österreicher Kleidung oder machen Urlaub (jeweils 31 %), falls ihnen Geld übrig bleibt. (siehe Abb. 5)

Die Studie
Die Nielsen Online Consumer Confidence and Opinion Studie ist die größte halbjährliche Studie dieser Art. Sie erfasst das Vertrauen der Konsumenten in die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, ihr Ausgabeverhalten und beabsichtigte Anschaffungen sowie die größten Ängste und Sorgen. Im Rahmen der aktuellen Studie wurden im Oktober und November 2007 26.312 Internetuser aus den folgenden 48 Ländern befragt: Argentinien, Australien, Ägypten, Belgien, Brasilien, Chile, China, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Hongkong, Indien, Indonesien, Irland, Italien, Japan, Kanada, Korea, Lettland, Litauen, Malaysia, Mexiko, Niederlande, Neuseeland, Norwegen, Österreich, Pakistan, Philippinen, Polen, Portugal, Russland, Singapur, Südafrika, Spanien, Schweden, Schweiz, Taiwan, Thailand, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn, USA, Vietnam und Vereinigte Arabische Emirate.

Alle Abbildungen zur Studie finden Sie HIER.


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