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Wien, am 21. Dezember 2007 --- Gerade Weihnachten ist die Zeit des Schenkens und Einkaufens, aber auch die Zeit der Besinnung und der Gedanken an die Anderen. Dass die österreichischen KonsumentInnen nicht nur zu Weihnachten an die ArbeiterInnen denken, die unsere Bekleidung und Sportschuhe herstellen, beweist eine aktuelle Studie, die das Marktforschungsinstitut Nielsen im Auftrag der Clean Clothes Kampagne durchgeführt hat: Faire Arbeitsbedingungen bei der Produktion ihrer Bekleidung und Sportschuhe sind den KonsumentInnen fast ebenso wichtig wie Qualität und Material.
Die repräsentative Studie „Soziale und ökologische Aspekte beim Einkauf von Bekleidung und Sportschuhen“ wurde Anfang November mit 500 Telefoninterviews durchgeführt. Jetzt liegen die Ergebnisse vor.
79 % der ÖsterreicherInnen haben bereits über soziale Missstände bei der Herstellung von Bekleidung und Sportartikeln gehört. Drei Viertel haben über Kinderarbeit, zwei Drittel über zu niedrige Löhne gehört.
Ein Markt für fair produzierte Bekleidung und Sportschuhe ist laut der Untersuchung vorhanden: 80% sind sogar bereit für fair produzierte Bekleidung und Sportschuhe mehr zu bezahlen, und zwar um durchschnittlich 15,7 %.
„Der Anteil der Lohnkosten in der Produktion ist so gering, dass sich Erhöhungen nur marginal im Endverkaufspreis niederschlagen würden. Die Ergebnisse zeigen aber, dass es in der österreichischen Bevölkerung ein hohes Bewusstsein für faire Arbeitsbedingungen in der Produktion von Bekleidung und Sportschuhen gibt. Die Nachfrage ist da! Es liegt an den Unternehmen auf diese auch zu reagieren.“ fordert Michaela Königshofer, Koordinatorin der Clean Clothes Kampagne.
Beim Einkauf von Bekleidung und Sportschuhen sind Qualität und keine Kinderarbeit die wichtigsten Kriterien. 85% der Befragten ist es sehr wichtig oder wichtig, dass die Produkte nicht von Kindern produziert wurden, 82% ist es sehr wichtig oder wichtig, dass ein existenzsichernder Lohn bezahlt wird. Die Kriterien Qualität (87%) und Material (83%) sind gleichauf, der Preis ist 71% sehr wichtig oder wichtig, weit abgeschlagen sind Modetrend mit 33% und Marke mit 27%.
Die KonsumentInnen fühlen sich aber über die Arbeitsbedingungen und Einhaltung von sozialen Kriterien in der Produktion von Bekleidung und Sportschuhen größtenteils schlecht informiert: 59% fühlen sich durch die Mitarbeiter in den Geschäften, 49 % durch das Fernsehen und 51% durch die Unternehmen selbst (z.B. Website) nicht gut oder gar nicht gut informiert. Abhilfe könnte ein Gütesiegel für Sozialkriterien schaffen: 80% halten ein Gütesiegel auf dem Produkt für sehr sinnvoll oder sinnvoll, 70% ein Gütesiegel der Marke oder des Geschäfts.
„Wir waren selbst überrascht über das hohe Interesse der KonsumentInnen zur Einbeziehung von sozialen Kriterien beim Bekleidungskauf. Sie brauchen dazu aber auch die richtigen Informationen.“ so Roswitha Wachtler, Projektleiterin für die Untersuchung bei Nielsen, zu den Ergebnissen.
Nähere Informationen und Downloads (Grafiken) unter: www.cleanclothes.at
Rückfragehinweis:
Stefan Kerl
Clean Clothes Kampagne
Tel.: (01) 405 55 15 303
Mobil: 0699 100 400 79
E-Mail: stefan.kerl@oneworld.at
www.cleanclothes.at
Roswitha Wachtler
Senior Client Executive
Consumer Research
The Nielsen Company
Tel +43 (0)1 98110-479
Fax +43 (0)1 98110-77
Mobil +43 (0)664 61 46 467
E-Mail roswitha.wachtler@nielsen.com
www.nielsen.com
Clean Clothes
Kampagne für faire Arbeitsbedingungen weltweit - setzt sich für die Interessen der ArbeitnehmerInnen in der Bekleidungs- und Sportartikelindustrie ein und vertritt die Forderungen kritischer KonsumentInnen nach Einhaltung von sozialen Mindeststandards bei der Herstellung von Bekleidung und Sportartikeln. Sie wird in Österreich von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen und von der Europäischen Gemeinschaft und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert.Wien, x. Februar 2007
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