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Presse    >    Pressemeldungen    >    19. Oktober 2007

Bio-Trend im Lebensmittelhandel

85 % der Österreicher kaufen zumindest gelegentlich Bio-Produkte
Höchste Bio-Anteile bei Babynahrung, Eiern, Brot und Gemüse
Herkunft Österreich als Kaufargument wichtiger als Bio
Eigene Gesundheit ist stärkstes Kaufmotiv – Preis der stärkste Grund, sich gegen Bio zu entscheiden

Wien, 19. Oktober 2007---Der Bio-Boom hält an, 85 % der Österreicher geben an, zumindest gelegentlich zur Bio-Alternative zu greifen, (fast) ausschließlich Bio-Produkte kaufen laut eigener Angabe 9 %. Der wichtigste Verkaufskanal von Bio-Lebensmitteln ist mittlerweile der klassische Lebensmittelhandel. Getrieben ist diese nicht nur in Österreich, sondern auch weltweit zu beobachtende Entwicklung vom Trend zu gesunder, bewusster Ernährung. (Siehe Abb.1)

Allein im Jahr 2007 wurden bisher (bis zur Kalenderwoche 33) im Lebensmittelhandel 360,5 Mio. € für Bio-Produkte ausgegeben, das sind 4,4 % des gesamten Umsatzes im Food Bereich (d.h. Nahrungs- und Genussmittel und Frischwaren, ohne Drogerie- und Hartwaren). Der Bio-Gesamtumsatz im Lebensmitteleinzelhandel wird 2007 damit bei geschätzten 580 bis 600 Mio. € liegen und weiterhin kräftiges Wachstum erzielen. Diese Zahlen basieren auf den laufenden Warengruppen-Erhebungen im Rahmen des Handelspanels „Nielsen MarketTrack“ im Lebensmittelhandel und in den Drogeriemärkten. (Siehe Abb.1)

Am stärksten greifen die Österreicher bei Babynahrung zur biologischen Alternative, 39 % des Umsatzes entfallen in diesem Bereich bereits auf Bio. „Vor allem Frauen legen beim Kauf von Bio-Produkten Wert auf die Gesundheit der eigenen Kinder. Das spiegelt sich auch im Kaufverhalten speziell bei Babynahrung wider“, analysiert Martin Prantl, Geschäftsführer Nielsen Österreich, die Ergebnisse. Naturgemäß sehr hoch (über 26 %) ist der Bio-Anteil auch bei Reformwaren. (Siehe Abb.2)

Mit einem Anteil von 6,7 % deutlich niedriger ist der Bio-Anteil bei Molkereiprodukten und den übrigen Frischwaren (Obst/Gemüse, Fleisch/Wurstwaren, Brot/Backwaren, Eier). Hier wird jedoch der größte Teil des Bio-Gesamtumsatzes, nämlich fast 80 %, getätigt. Beim Kauf von Eiern entfallen bereits 16 % des Umsatzes auf Bio, bei Brot liegt der Anteil bei knapp 12 % und bei Gemüse bei fast 10 %.

„Der österreichische Handel hat das Potential Bio bereits sehr früh erkannt und mit starken Eigenmarken besetzt. Diese sind bei den Konsumenten beliebt und bekannt. Auch die Diskonter haben rasch nachgezogen, so liegen die Bio-Anteile bei Hofer und Lidl v. a. im Frischebereich etwa gleich hoch wie im klassischen Lebensmittelhandel“, erläutert Martin Prantl die sehr spezifische Bio-Angebotslage in Österreich.

Auf die Frage „Was bedeutet für Sie umweltfreundliches Einkaufen?“ (Mehrfachnennung bei den Antworten möglich) antworten nur 23 % „biologisch, egal woher das Produkt stammt“.

87 % geben an, dass umweltfreundlich einkaufen für sie bedeutet, dass „die Produkte möglichst wenig verpackt sind“. Für 83 % der Befragten zählt die Herkunft Österreich und für 82 % „biologisch und aus Österreich“. Immerhin 61 % geben auch das Merkmal „Fairtrade“ als Kriterium für ein umweltfreundliches Kaufverhalten an. Diese Werte wurden im Rahmen einer Telefonbefragung bei 1.000 ÖsterreicherInnen im Sommer 2007 abgefragt.

„Dem Konsumenten ist das Merkmal Bio zwar wichtig, noch wichtiger ist jedoch der Gesamtaspekt der Umweltfreundlichkeit. So werden die Herkunft aus Österreich und geringe Verpackung wichtiger eingestuft als der Aspekt Bio, wenn das Produkt lange Transportwege aus dem Ausland hat“, fasst Martin Prantl zusammen. „Das ist ein enormes Potential für regionale Anbieter und Konzepte, die die Regionalität zum Thema machen.“ (siehe Abb.3).

Die eigene Gesundheit ist das wichtigste Kaufargument für den Kauf von Bio-Lebensmitteln. Dies gibt etwa jeder zweite Befragte als wichtigstes Motiv für den Kauf von Bio-Produkten an (internationale Online Befragung - davon 500 österreichische Internet User), deutlich weniger wichtig ist mit 15 % die Gesundheit der Kinder, dieser Wert ist aber bei Frauen mit 20 % deutlich höher. Den Österreichern ist außerdem – anders als im weltweiten Schnitt – auch das Argument „tierfreundlicher“ beim Kauf von Bio-Produkten wichtig. (siehe Abb. 4)

Bei jenen, die Bio nicht kaufen, ist für 53 % das Hauptargument der höhere Preis. 22 % glauben den gemachten Angaben zur biologischen Herkunft nicht. Damit sind die Österreicher skeptischer als der Durchschnitt der Welt. Die Behauptung, dass Bio-Produkte gesünder sind, wird nur von 6 % der Österreicher nicht geglaubt. Das heißt, fast alle sehen den höheren Gesundheitswert von Bio. (siehe Abb. 5)

„Der höhere Preis ist für einen Teil der Konsumenten sicherlich eine Hemmschwelle, Bio zu kaufen. Allerdings sagen bereits 28 % der Befragten, dass sie bereit sind, für Bio einen höheren Preis zu bezahlen. Dies erklärt auch die wachsenden Bio-Umsätze im österreichischen Lebensmittelhandel“, ergänzt Martin Prantl.

Über die Studie:
Alle Daten basieren auf der aktuellen Studie „Nielsen Bio Factbook“, welches im Oktober 2007 erschienen ist. Die Daten basieren auf:
• den laufenden Warengruppenerhebungen via Handelspanel (Nielsen MarketTrack) im Lebensmittelhandel und Drogeriemärkten für die Sortimentsbereiche Food, Drug und Frische,
• einer Telefonbefragung (repräsentativ für Österreich bei 1.000 Personen) im Sommer 2007,
• einer internationalen Online Befragung bei über 24. 000 Internet Usern in 46 Ländern sowie
• auf Desk Research.
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