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Wien, 20. September 2006
Man kleidet sich mit internationalen Modemarken, trinkt eine importierte Dose Cola, während man im neu eröffneten Shop einer bekannten Café-Kette im Internet surft. Dies ist heute in den meisten Staaten der Welt – zumindest in den Großstädten – ein alltägliches Szenario. Wird dieser moderne Lebensstil aber von den Verbrauchern als Ergebnis der Globalisierung angesehen und was daran sieht man positiv oder negativ? (der genaue Wortlaut der Fragen findet sich in Chart 9 am Ende der Aussendung)
In einer von ACNielsen im Juni 2006 durchgeführten weltweiten Meinungsumfrage wurden mehr als 23.500 Verbrauchern (davon 500 in Österreich) in 42 Märkten in Europa, Nordamerika, dem Asien-Pazifik-Raum, Lateinamerika, Südafrika und dem Nahen Osten online sieben verschiedene – positive und negative – Fragen zu den Konsequenzen der Globalisierung gestellt. (s. Chart 1)
Chart 1:

Die Studie zeigt, dass global betrachtet deutlich mehr als die Hälfte der Online-Verbraucher – auch die österreichischen – zustimmt, dass durch die Globalisierung speziell der Zugriff auf internationale Nachrichten und Unterhaltung sowie die Verfügbarkeit gleicher Waren und Dienstleistungen weltweit ermöglicht wird.
Zwar noch überwiegende Zustimmung, aber weniger deutlich (unter 50 %), erhielten die Aussagen, dass erstens durch die Globalisierung Grenzen überwunden werden und mehr Toleranz für kulturelle Unterschiede herrscht als früher bzw. zweitens, dass dadurch vielfältigere Chancen auf dem Arbeitsmarkt entstanden sind. Die Österreicher äußerten sich zu diesen letzten zwei Aspekten deutlich skeptischer, nur etwas mehr als 1/5 stimmte diesen positiven Aspekten der Globalisierung zu. Am positivsten sehen diesen Punkt Asiaten und Lateinamerikaner.
Generell zeigt die Studie, dass Lateinamerikaner und Asiaten den persönlichen Mehrwert der Globalisierung stärker empfinden als Europäer und Nordamerikaner. „Die Menschen in den relativ weniger entwickelten bzw. in den schnell wachsenden Märkten haben durch die beschleunigte globale Integration sehr vom besseren Zugang zu Produkten, Dienstleistungen und Chancen profitiert, was ohne Globalisierung nicht möglich gewesen wäre“, so Mag. Martin Prantl, Geschäftsführer ACNielsen Österreich.
Auch die negative Seite der Globalisierung, wie das Verschwinden lokaler Kulturen, die Bedrohung der heimischen Wirtschaft durch internationale Einflüsse, sowie eine Veränderung der Werte in Richtung eines unpersönlicheren Lebens, wurden in der Studie abgefragt. Hier war die Zustimmung zu den Aussagen insgesamt schwächer als bei den positiven Konsequenzen. Zwischen 40-50 % der globalen Verbraucher stimmten auch den negativen Aussagen zu. In Österreich wird der Verlust der nationalen Kultur mit 62 % Zustimmung aber deutlich kritischer gesehen als vom Rest der Welt. Lateinamerikaner sehen die Gefahr eines unpersönlicheren Lebens sowie die Abhängigkeit von internationalen Ereignissen weltweit am stärksten (59 % bzw. 56 %).
„Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille. Die Globalisierung hat auch ihren Preis, und dies wird von den Menschen ebenfalls gesehen. Auch wenn die Positiva gesehen werden, sieht man über die Negativa nicht hinweg”, fügte Prantl hinzu. „Die Österreicher speziell äußerten sich zu den in der Studie abgefragten negativen Aspekten kritischer als der durchschnittliche globale und der EU Konsument, speziell was den Punkt „Gefahr für die lokale Tradition und Kultur“ betrifft.
Die Studie im Detail
Zugriff auf Nachrichten, Unterhaltung und Informationen von jedem Ort der Welt aus
Global 64 %, davon 3/4 der Lateinamerikaner (75 %) und 70 % der Menschen im Asien-Pazifik-Raum, sind der Meinung, dass sie mit der Globalisierung einen verbesserten Zugriff auf Nachrichten, Unterhaltung und Informationen aus aller Welt haben. In Europa bejahen diese Aussage „nur“ 59 %. In Österreich ist dies ähnlich: 60 % sind dieser Meinung und nur 10 % geben an, NICHT dieser Meinung zu sein. (s. Chart 2)
„Das Internet wirkt als Antriebsfaktor für den Globalisierungsprozess. Die Entstehung zahlreicher Webangebote hat für die Menschen erhebliche Erleichterungen in der Kommunikation, im Informationsaustausch und in der Zusammenarbeit mit sich gebracht, das wird auch bei uns in Österreich von den meisten positiv gesehen“, kommentiert Prantl.
Chart 2:
Kauf von Produkten und Dienstleistungen gleicher Qualität weltweit
Durch den Wegfall der internationalen Handelsbarrieren können sich die Verbraucher auf der ganzen Welt einer breiteren Auswahl an Waren und Dienstleistungen erfreuen als ihnen früher zur Verfügung stand. 59 % stimmen global dieser Aussage zu, am stärksten mit 81 % die Südafrikaner, gefolgt von 77 bzw. 76 % der Inder und Filipinos. Auch die Österreicher sehen diesen Aspekt mit 56 % vorwiegend positiv. (siehe Chart 3) „Am positivsten mit einer Zustimmung von fast 60 % sehen die Österreicher beim Thema Globalisierung den Zugang zu Produkten und Services aus anderen Ländern sowie den Zugriff auf internationale News und Unterhaltung“, erläutert Prantl.
Am wenigsten mit dieser Aussage einverstanden zeigen sich etwa ein Fünftel der Franzosen, Koreaner und Finnen.
Chart 3:

Bessere berufliche Chancen
Die Globalisierung ermöglicht der Gesellschaft auch mehr berufliche Chancen, dies sehen 47 % der Befragten auch so. Wieder sehen die Lateinamerikaner (57 %) und die Verbraucher aus dem Asien-Pazifik-Raum (53 %) diesen Aspekt am positivsten. Es ist daher nicht überraschend, dass sechs der 10 Länder mit der höchsten Zustimmungsrate dazu aus dem Asien-Pazifik-Raum stammen. Extrem skeptisch mit nur 22 % Zustimmung stehen jedoch die Österreicher dieser Aussage gegenüber, wobei wir damit auch innerhalb Europas (42 % Zustimmung) Schlusslicht sind. (siehe Chart 4)
Chart 4:

Mehr Toleranz und Überwindung kultureller Grenzen
43 % der Befragten global befürworten diesen Aspekt, wobei die Asiaten und Lateinamerika davon am stärksten überzeugt sind. (Siehe Chart 5) Im Gegensatz dazu stimmen der Aussage nur 38 % der Europäer und gar nur 24 % der Österreicher zu. Die Österreicher lehnen diese Aussage zu 36 % sogar gänzlich ab. (Siehe Chart 5) Österreich liegt damit im Länderranking der diese Aussage ablehnenden Länder an 2. Stelle, nach Thailand und vor der Schweiz.
Chart 5:

Heimische Traditionen und Kulturen in Gefahr
Mit 47 % Zustimmung zu dieser Behauptung liegt damit Europa deutlich höher als die anderen Regionen und dem globalen Wert von 42 %. (siehe Chart 6)
In den Top 10 Ländern, wo am stärksten die Meinung vertreten wird, dass die Globalisierung heimische Traditionen und Kulturen gefährdet, sind allein 8 aus Europa. Die Thais (64 %) führen gemeinsam mit Österreichern (62 %), den Finnen, Norwegern und Schweizern (jeweils zu 57 %) dieses Ranking an. Die Deutschen sehen dieses Problem mit 35 % deutlich weniger stark.
Interessanterweise sind auch 39 % der Nord-Amerikaner der Ansicht, dass heimische Traditionen und Kulturen durch die Globalisierung gefährdet sind, obwohl oft argumentiert wird, dass die USA durch die Popkultur und die Nachrichtenmedien bereits ihren eigenen hegemonischen Einfluss stark auf den Rest der Welt ausüben.
Chart 6:

Die Werte verändern sich und das Leben wird unpersönlich
Obwohl man die Globalisierung in Lateinamerika positiv sieht, sind 59 % der dort befragten Konsumenten – und dies ist weltweit der höchste Wert – aber auch der Meinung, dass sich dadurch ihre Werte verändern und das Leben zu schnell und unpersönlich wird. Auch 47 % der Europäer stimmen dieser Aussage zu, in Österreich liegt der Vergleichswert bei 52 %. (s. Chart 7)
Chart 7:

Anfälligkeit für globale Trends und Ereignisse sowie Auswirkung auf die heimische Wirtschaft
Eines der negativen Gefühle im Rahmen der Globalisierung der Marktwirtschaft ist der Umstand, dass die lokalen Märkte anfälliger für die Trends und Ereignisse in anderen Teilen der Welt werden. Global etwa 50 % der Menschen empfinden dies so, auch hier sehen die Lateinamerikaner dies mit 56 % am bedrohlichsten, in Europa hingegen nur 51 %. (s. Chart 8) Nach Ländern gereiht führen 66 % der Neuseeländer und 62 % der Australier die 10 Länder weltweit an, in denen man am stärksten die Meinung vertritt, dass die Globalisierung sie anfällig für die Ereignisse in anderen Teilen der Welt macht. Österreich liegt mit 58 % ebenfalls unter den Top 10 Ländern.
Chart 8:

Über die Umfrage
Die globale Online-Studie von ACNielsen ist die größte Meinungsumfrage dieser Art und wird durchgeführt, um die Einstellungen und Meinungen der Verbraucher zu einer Reihe von Themen zu untersuchen. Zuletzt wurde diese Umfrage im Juni 2006 durchgeführt, wobei mehr als 23.500 Verbraucher – regelmäßige Internetanwender – in 42 Märkten in Europa, Nord- und Lateinamerika, dem Asien-Pazifik-Raum, Afrika (Republik Südafrika) und dem Nahen Osten (Vereinigte Arabische Emirate) befragt wurden.
Chart 9:

Über ACNielsen
ACNielsen - ein Unternehmen der VNU - ist das weltweit führende Marketinginformations-Unternehmen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen in mehr als 100 Ländern eine Bewertung und Analyse von Marktentwicklungen sowie von Verbrauchereinstellungen und Verbraucherverhalten zur Verfügung. Die Kunden vertrauen den erhobenen Marktdaten, den geschützten Produkten und Analysewerkzeugen und schätzen die professionelle Beratung bei der Beobachtung der Aktivitäten ihrer Mitbewerber, dem Erkennen neuer Wachstumschancen und der Steigerung der Rentabilität ihrer Marketing- und Verkaufsaktivitäten. Mehr darüber erfahren Sie unter www.acnielsen.com.
VNU ist ein globales Informations- und Medienunternehmen mit führenden Marktpositionen und anerkannten Marken in den Bereichen Marketing-Information (ACNielsen), Medienforschung und -information (Nielsen Media Research) sowie Business Information (Billboard, The Hollywood Reporter, Computing, Intermediair). VNU ist in mehr als 100 Ländern aktiv, mit Zentralen in Haarlem (Niederlande) und New York (USA). Im Jahr 2004 erwirtschaftete der Konzern mit 38.000 Beschäftigten einen Gesamtumsatz in Höhe von 3,8 Mrd. Euro. VNU ist an der Amsterdamer Euronext-Börse unter dem Kürzel VNU notiert. Weitere Informationen finden Sie auf der VNU-Website: <www.vnu.com>
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