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• Weltweit werden Vollkornprodukte mit Ballaststoffen, in Österreich jedoch jodiertes Salz am häufigsten regelmäßig gekauft
• Mangelnder Glaube an das Gesundheitsversprechen wichtigster Grund für Nichtkauf von Produkten im Bereich Functional Food
• „Gesünder für mich und meine Kinder“ ist beim Einkauf von Biolebensmitteln wichtigstes Argument, den Europäern ist auch Tierschutz wichtig
• Nichtkäufer von Bio-Produkten finden diese oft zu teuer
Wien, 29. November 2005 --- Welche besonderen Vorteile mit „Gesundheitszusätzen“ angereicherte Lebensmittel (Functional Food) und Biologische Lebensmittel (Organic Food) bieten sollen, ist den meisten Verbrauchern noch lange nicht klar. Zu diesem Ergebnis kommt ACNielsen, führender Anbieter von Verbraucher- und Marketinginformationen, in einer aktuellen Studie.
Functional Food: Teilweise Skepsis bei Verbrauchern
So glaubt weltweit durchschnittlich ein Drittel der Konsumenten nicht daran, dass Functional Food wirklich die Gesundheitsvorteile bietet, mit denen seine Anbieter werben, wobei dieser Wert je nach Kategorie und Region schwankt. Während in Asien-Pazifik, Europa und Südafrika angereicherten Fruchtsäften das höchste Misstrauen entgegen gebracht wird, bezweifeln die Verbraucher in Nord- und Lateinamerika am meisten den Nutzen von cholesterinsenkenden Produkten.
Die Skepsis hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der angegebenen Gesundsheitsvorteile ist auch in Österreich gegeben. Zumindest gaben die Nichtkäufer dies mehrheitlich als wichtigstes Argument für den Nichtkauf an, speziell bei den Kategorien „mit Ergänzungsmitteln oder Vitaminen angereicherte Fruchtsäfte/Milch/Brot“, aber auch bei „probiotischen Joghurts“ oder „cholesterinsenkender Margarine/Öl“. Bei den Kategorien Sojamilch und mit Ballaststoffen angereichterte Produkte war hingegen der fehlende gute Geschmack für die Nichtkäufer das wichtigste Argumente. Das Preisargument „zu teuer“ wurde bei Functional Food hingegen nicht so häufig als Argument für Nichtkauf genannt, wie bei den Bio-Produkten.
Im Rahmen der global durchgeführten Studie wurden Verbraucher gebeten, aus einer Liste von 10 Functional-Food-Kategorien, also von Lebensmitteln mit spezifischen Gesundheitsversprechen, diejenigen auszuwählen, die sie regelmäßig kaufen bzw. bei Nichtkauf zu begründen, welches die Argumente dagegen waren.
Speisesalz mit Jod bei Österreichern beliebtestes „Functional Food“, weltweit liegen Vollkornprodukte mit Ballaststoffe an erster Stelle
Speziell bei jodiertem Speisesalz belegt Österreich eine Spitzenstellung, während weltweit Vollkornprodukte mit Ballaststoffe das Ranking derer anführen, die die Kategorie regelmäßig im Einkaufskorb haben. Insgesamt 54 Prozent der Befragten in Österreich gaben an, regelmäßig jodiertes Speisesalz zu kaufen - gegenüber einem globalen Schnitt von 32 Prozent. Andere beliebte Kategorien in Österreich: 37% der Österreicher gaben an, regelmäßig ballaststoffreiche Vollkornprodukten zu kaufen und 26% setzten auf cholesterinsenkende Margarine bzw. 21 % auf probiotische Joghurtprodukte.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass mangelnde Bekanntheit und auch geringe Glaubwürdigkeit für den Verbraucher echte Hürden darstellen, die den Erwerb funktioneller Lebensmittel komplett verhindern können bzw. ist dadurch der höhere Preis dieser Nahrungsmittel für die Konsumenten oftmals nicht gerechtfertigt“, kommentiert Martin Prantl, Geschäftsführer ACNielsen Österreich die Ergebnisse.
(Nicht) Kaufverhalten der Österreicher anhand einiger Kategorien im Detail
Beispiel cholesterinsenkende Speiseöle und Margarine: Während 26 Prozent der befragten Österreicher regelmäßig zugreifen, kaufen 35 Prozent niemals derartige Produkte. Als Begründung bei den Nichtkäufern geben 54 Prozent an, dass sie nicht an die zusätzlichen gesundheitsfördernden Eigenschaften glauben (Global: 38%). Für 11 Prozent der Nichtkäufer sind die Produkte ganz einfach zu teuer.
Beispiel Sojamilch: Sojamilch wird von gerade einmal sechs Prozent der Befragten regelmäßig gekauft (Global:19%) und von 22% fallweise gekauft. Ganze 68 Prozent der interviewten Österreicher hingegen kaufen niemals derartige Milchprodukte. Bei den Nichtkäufern liegen die Gründe zu 54% am Geschmack, weitere 23% glauben nicht an die zusätzliche gesundheitsfördernde Wirkung.
Beispiel Milch: mit Ergänzungsmitteln oder Vitaminen angereicherte Milch wird hierzulande von gerade einmal vier Prozent der Befragten regelmäßig gekauft (Global: 19%). Ganze 65 Prozent der interviewten Österreicher hingegen kaufen niemals derartige Milchprodukte, was weltweit einen der hintersten Ränge bedeutet. Bei den Nichtkäufern liegen die Gründe zum Teil in der mangelnden Bekanntheit (10%), aber hauptsächlich fehlt den Befragten der Glaube an die zusätzliche gesundheitsfördernde Wirkung (52%) oder die Produkte gelten schlicht als zu teuer (14%).
Biokost - „Gesund für uns und unsere Kinder“ global und in Österreich wichtigstes Kauf-Argument
Bei Biolebensmitteln, einer ganz anderen Art von Gesundheitskost, stellt sich die Situation ein wenig anders dar. Biologisch erzeugte Lebensmittel werden überall auf der Welt überwiegend aus Gesundheitsgründen gekauft. Mehr als zwei Drittel der Befragten sind der Ansicht, Biokost sei im Vergleich zu anderen Nahrungsmitteln gesünder für sie und ihre Kinder. Besonders ausgeprägt ist diese Ansicht in der Region Asien-Pazifik.
Für Europäer sprechen teilweise unterschiedliche Gründe als Hauptargument für den Erwerb von Bio-Nahrung: 19 Prozent sind der Meinung, Biokost sei umweltverträglicher, und zwölf Prozent nennen den Tierschutz als wichtigstes Argument für Bio-Produkte. In den übrigen Regionen spielen diese beiden Faktoren bei der Kaufentscheidung eine weitaus geringere Rolle.
Auch in Österreich ist das Argument Gesundheit mit 53% (gesplittet in „gesünder für mich“ (40%) bzw. „gesund für meine Kinder“ (13%)) am wichtigsten. Aber auch der Tierschutz ist in Österreich beim Kauf von Bioprodukten ein wichtiges Motiv, das 29% angeben.
Nichtkäufer von Bio-Produkten geben höheren Preis als größtes Kaufhindernis an
Danach gefragt, was sie am ehesten am Erwerb der Bio-Alternativen hindert, nannten über 40 Prozent der Befragten in Europa und Nordamerika und 37 Prozent in Asien-Pazifik die hohen Preise. In Österreich ist für 41 Prozent der Nichtkäufer der hohe Preis das ausschlaggebende Argument.
Weitere 28 Prozent der österreichischen Kaufverweigerer sind nicht davon überzeugt, dass die mit „Bio“ bezeichneten Produkte wirklich so hergestellt werden, wie behauptet wird, weltweit ist diese Skepsis mit 14% deutlich geringer.
In Lateinamerika und Südafrika gilt die Verfügbarkeit als größtes Problem, während in Österreich gerade einmal fünf Prozent dieses Argument anführen. Allerdings landet im internationalen Vergleich die mangelnde Verfügbarkeit in der Liste der größten Hürden für den Kauf von Biokost noch vor der niedrigen Glaubwürdigkeit.
In der Gruppe der Nichtkäufer ist man sich also darüber weltweit einig, dass Bioprodukte meist vergleichsweise teuer sind. „Hier eröffnet sich den Anbietern die Chance, ihre Lebensmittel so zu positionieren, dass die Glaubwürdigkeit stimmt und der Preis kein unüberwindbares Hindernis darstellt“, resumiert Martin Prantl die Ergebnisse zu den Bioprodukten.
Zur Methode:
Bei dieser globalen ACNielsen Studie zum Verbraucherverhalten handelt es sich um eine zweimal pro Jahr durchgeführte Online-Verbraucherstudie, bei der regelmäßige Internetnutzer weltweit zu ihren Meinungen und Präferenzen, sowie zu ihrem Konsum von Medien, Produkten und Dienstleistungen über verschiedene Märkte hinweg befragt werden. Die weltweite Online-Befragung ist die größte Studie dieser Art. In insgesamt 38 Ländermärkten in Europa, Asien-Pazifik, Nordamerika, Lateinamerika und Südafrika wurden über 21.100 Verbraucher befragt.
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