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Presse    >    Pressemeldungen    >    10 Februar 2005

Health und Convenience nach wie vor stärkste Sektoren der Lebensmittel- und Getränkeindustrie

  • Sojadrinks und Trinkjoghurts wachsen weltweit am schnellsten
  • Im Ländervergleich liegen kleine, weniger entwickelte Märkte vorn

Wien, am 10. Februar 2005 - Lebensmittel und Getränke, die zur gesunden Ernährung und zur Gewichtsabnahme beitragen oder auf die Schnelle konsumiert werden können, verzeichnen weltweit ein rasantes Wachstum und zählen damit zu den Top-Sellern der Branche.

Laut einer neuen, weltweiten Studie von ACNielsen mit dem Titel What´s Hot Around the Globe – Insights on Growth in Food and Beverages 2004 erzielten im vergangenen Jahr sieben Kategorien innerhalb der internationalen Lebensmittel- und Getränkeindustrie zweistellige Zuwachsraten. Fünf dieser Kategorien warben mit Gesundheitsvorteilen oder schlankheitsfördernden Eigenschaften (siehe Tabelle 1). An der Spitze lagen Getränke auf Sojabasis und Trinkjoghurts mit Umsatz-steigerungen von 31 bzw. 19 Prozent. Beiden Produktgruppen hatte eine ähnliche ACNielsen-Studie bereits im Jahr 2002 ein überdurchschnittliches Wachstum bescheinigt.

„Unsere Analyse zeigt, dass Ernährung und Gesundheit bei Verbrauchern weltweit einen hohen Stellenwert haben. Dieser Trend wird unterstützt durch zahlreiche Medienberichte zu Themen wie Fettleibigkeit und Diabetes“, so Mag. Martin Prantl, Managing Director Österreich. „Wer gesundheitsfördernde Produkte herstellt, die auch noch gut schmecken und quasi verzehrfertig sind, kann also mit einer hohen Akzeptanz rechnen.“

Kurz- oder langfristiger Erfolg?
Ein näherer Blick auf die wachstumsstärksten Lebensmittel und Getränke zeigt, dass das Verbraucherinteresse an proteinreichen/kohlenhydratarmen Diäten („Low-carb-Diäten“) speziell in den stärker entwickelten Märkten entscheidend zur Bedarfssteigerung beitrug – und dies häufig auf Kosten anderer Produktgruppen. So gab es bei Eiern beispielsweise einen 16-prozentigen Zuwachs, während sich keine der zehn Kategorien aus dem Bereich der nicht-süßen Kohlenhydrate um mehr als vier Prozent steigern konnte.

„Ob sich das Low-carb-Phänomen langfristig als wichtiger Subsektor etablieren wird oder ob der Boom nur vorübergehend ist, bleibt allerdings fraglich“, kommentiert Mag. Prantl. „Der Trend kam aus den USA, und dort lässt das Interesse an entsprechenden Produkten bereits langsam nach.“

Die Star-Kategorie der Studie von 2002 beispielsweise taucht mittlerweile nicht einmal mehr in der Liste der Top-20 auf: Damals mit einer 33-prozentigen Steigerungsrate mit weitem Abstand die am schnellsten wachsende Warengruppe, verzeichnen die alkoholischen Premix-Getränke (wie z.B. die so genannten Malternatives) derzeit nur noch einen Umsatzanstieg von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
„Produktinnovation kann sicherlich dazu beitragen, dass sich die Konsumenten zunächst für eine bestimmte Kategorie begeistern. Langfristig erfolgreich können jedoch nur die Produkte sein, die das nachhaltige Bedürfnis der Verbraucher in den Bereichen Gesundheit und Convenience decken“, erläutert Mag. Prantl.

Warengruppen, die diesen Bedürfnissen offensichtlich entgegenkommen, sind Trinkjoghurts (19%), frische Fertigsalate (8%) und in Flaschen abgefülltes Wasser (6%), die von ACNielsen sowohl 2002 und 2004 als „Hot Growth“-Kategorien identifiziert wurden.


Höhere Wachstumsraten in weniger entwickelten Märkten
Im internationalen Durchschnitt lag die Wachstumsrate für 89 Kategorien in
59 untersuchten Ländermärkten (siehe Tabelle 2) bei vier Prozent. Dieser vergleichsweise niedrige Prozentsatz ist auf die geringen Steigerungsraten in den größeren, weiter entwickelten Märkte Europa (2%) und Nordamerika (4%) zurückzuführen.

Weitaus höher waren die Zuwächse in manchen der kleineren, weniger entwickelten Wirtschaftsregionen. In den Schwellenländern lag die Gesamtwachstumsrate bei plus zehn Prozent, wobei über ein Drittel der Kategorien Steigerungen im zweistelligen Prozentbereich erzielten. So wuchs beispielsweise die Warengruppe Zerealien/Müsli/Früchteriegel in dieser Region um 47 Prozent. Unterstützt wurde die Entwicklung durch Produktneueinführungen in Osteuropa.

„International agierende Anbieter von Lebensmitteln und Getränken sollten sicherstellen, dass sie entsprechend positioniert sind, um die Chancen optimal zu nutzen, die sich in diesen jungen Märkten bieten. Anderenfalls verpassen sie den Anschluss“, so Mag. Prantl abschließend.

Zur Methodik der Studie: Die Ergebnisse der Studie basieren auf dem Einkauf im Einzelhandel in 89 Kategorien in 59 Ländern der Regionen Asien-Pazifik, Schwellenländer, Europa, Lateinamerika und Nordamerika (siehe Tabelle 2), die über 93 Prozent des Weltbruttoinlandsprodukts und über 77 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Erhebungszeitraum war August 2003 bis Juli 2004; die erhobenen Daten wurden mit dem entsprechenden 12-Monats-Zeitraum von 2002/2003 verglichen.


Tabelle 1: Internationale Lebensmittel- und Getränkeindustrie Wachstumsstärkste Kategorien
(Davon acht bereits im Jahr 2002 als „Hot Growth“-Kategorie gelistet)


Kategorien mit den höchsten Umsatzzuwächsen Zuwachsrate 2003/2004 “Hot Growth”Kategorie in 2002?

Sojadrinks

31%

Ja

Trinkjoghurts

19%

Ja

Eier

16%

Nein

Zerealien/Müsli/Früchteriegel

14%

Nein

Sport-/Energiedrinks

10%

Nein

Zuckeraustauschstoffe

10%

Nein

Gekühlte Komplettmenüs

10%

Ja

Tiefkühlfrüchte

9%

Ja

Gekühlte Salatdressings

9%

Ja

Fertigdrinks ohne Kohlensäure

8%

Nein

Kakao-/Schokoladen-/Malzgetränke

8%

Nein

Frische Fertigsalate

8%

Ja

Tiefgekühltes Fleisch

7%

Ja

Tiefgekühltes Gemüse

7%

Nein

Gekühlte Desserts

7%

Nein

Speiseöle

7%

Nein

Gekühltes Fleisch

7%

Nein

Ungekühlt lagerfähige Kuchen/Torten

6%

Nein

Gekühlter Fisch/Meeresfrüchte

6%

Nein

Tiefkühlpizza

6%

Nein

Gekühlte Suppe/Bouillon/Brühe

6%

Nein

In Flaschen abgefülltes Wasser

6%

Ja

Ungekühlt lagerfähiges Obst/Nüsse

6%

Nein

Toaster Pastries (Pop Tarts)

6%

Nein

Tabelle 2: Erfasste Länder

Asien-Pazifik Europa Schwellenländer Lateinamerika Nordamerika

Australien

China

Hongkong

Indien

Indonesien

Japan

Malaysia

Neuseeland

Philippinen

Singapur

Südkorea

Taiwan

Thailand

Vietnam

 

Belgien

Dänemark

Finnland

Frankreich

Deutschland

Griechenland

Großbritannien

Irland

Italien

Niederlande

Norwegen

Österreich

Portugal

Spanien

Schweden

Schweiz

Türkei

 

Ägypten

Bulgarien

Estland

Kasachstan

Kroatien

Lettland

Litauen

Marokko

Nigeria

Polen

Rumänien

Russland

Saudi-Arabien

Slowenien

Slowakei

Südafrika

Tschechische

Republik

Ungarn

Vereinigte

Arabische
Emirate

Argentinien

Brasilien

Mittelamerika1

Chile

Kolumbien

Mexico

Puerto Rico

 

1 umfasst
Costa Rica,

El Salvador,

Guatemala,

Honduras,
Nicaragua und

Panama

 

Kanada

USA

 

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Mag. Irene Salzmann
+43 01 98110-300




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